Samstag, 12. August 2006

November 5th, 2006

Martin im Schlaf unter Palmen Verrostendes Mofa am Strand Sonnenuntergang
Da das Dörfchen mit keinen grossen Sehenswürdigkeiten aufwarten kann, eilt es uns nicht nicht besonders mit dem Aufstehen und wir verlassen das ausgebuchte Hotel um zwölf Uhr in letzter Minute. Die Rezeptionistin vermittelt uns einer Kollegin mit einem günstigen Zimmer, die uns später hier treffen soll. In der Zwischenzeit essen wir mit grossem Appetit in einem „zoologischen“ Restaurant: Überall hängen Tierpelze, pfeifen Vögel in Volieren und schwimmen Fische in einem Aquarium.

Ein russischer Vater mit seinen zwei verwähnten Mädchen isst ebenfalls hier. Die Vögel mögen sie eine Weile zu fesseln, dann tragen die beiden an und für schönen Töchter wieder offenen Unmut in Gesicht und Körperhaltung zur Schau. Ich bin tatsächlich froh, als er zahlt und sie gehen! Ferien in Griechenland müssen etwas Schreckliches sein…

Anschliessend gehen wir zurück ins Hotel, wo wir die unsere neue Gastmutter treffen sollen. Diese verspätet sich aber über eine Stunde und so lege ich ein Verdauungsnickerchen in einem Liebestuhl unter Palmen ein. Paula liest ihr aktuelles Buch fertig und fotografiert mich in meinem wohligen Schlaf.

Als die Verspätete endlich eintrifft, sehen wir uns das Zimmer mit ihr an, befinden es als würdig uns zu beherbergen und bezahlen die Übernachtung im Voraus. Dann verlässt uns die Frau namens Vicky auch schon wieder. Jetzt fühlt sich Paola müde und legt sich hin. Ich hinterlasse der Schlafenden eine kurze Notiz und schleiche mich aus dem Zimmer, um ein Internetcafe aufzusuchen.

Als ich kurz nach achtzehn Uhr in bester Laune zurückkehre, trinken wir gemeinsam den auf  meinem Rückweg erstandenen Fruchtsaft und ich erzähle ihr die gute Neuigkeit: „Mein Beitrag wird als Leitartikel im Magazin erscheinen!“ Sie freut sich auch für mich und wir plaudern noch eine Weile weiter.

Später flanieren wir dem mit Unrat verschmutzten Stand entlang und etwas durch das Dorf. Dabei sehen wir und eine weitere orthodoxe Kirche an und, weil Paola mit Herz und Seele als Lehrerin arbeitet, eine auf dem Weg liegende Primarschule an.

Ich finde auf dem Pausenplatz eine kaputte Sonnenbrille mit nur einem Glas, die sofort auf meiner Nase landet um Paola zu erschrecken, weil sie aus der Entfernung natürlich denkt meine ebnen erst erstandene sei schon in die Brüche gegangen…

Zurück am Meer auf der Pier beobachten wir Angler bei ihrer Arbeit und dürfen einem feurig roten Sonnenuntergang beiwohnen. Wir beschliessen den Tag mit einem feinen Müesli und dem unausweichlichen Yoghurt dazu in unserem Zimmer. Im Hintergrund dudelt leise griechische Popmusik und uns unbekannte Stars lächeln dazu in der Flimmerkiste um die Wette. Ich werde auch in der Hitze dieser Nacht mein Kissen nassschwitzen.

Freitag, 11. August 2006

November 5th, 2006

Berg Olymp Kirche in Litohoro Blume in Litohoro

In der Frühe mache ich eine weitere meiner fast schon gewohnten Internetexkursionen. Noch davor wird der Olymp in der Morgensonne abgelichtet, damit Paola auch etwas davon hat. Später sehen wir uns zusammen zwei Kirchen an, die als sehenswürdig deklariert werden, bleiben aber vor verschlossenen Türen aussen vor. Bei der anschliessenden Zwischenverpflegung vor unserer nächsten Busfahrt beobachten wir drei grössere Jungen, die einen kleineren dem Ball nachjagen lassen. Da der Knirps lange nicht erfolgreich ist, tritt er statt dem Ball die Beine der anderen und so haben wenigstens alle Spass am Spiel!

In Thessaloniki, der zweitgrössten Stadt Griechenlands angekommen, fixieren wir am Bahnhof nach über einstündiger Wartezeit bei einer unhöflichen Person unsere Rückreise nach Istanbul auf den Nachzug vom 16. Ohne die mühsame Verhandlungen im Detail wiedergeben zu wollen, möchte ich erwähnen, dass wir nur dank Paolas insistieren schliesslich die benötigten Reservationen und ihren Fahrschein in Empfang nehmen durften!

Wir ziehen der Grossstadt ein gemütliches Stranddörfchen vor und verlassen sie deshalb, obwohl erst gerade angekommen, gleich wieder mit dem nächsten Bus nach dem nahe gelegenen Neu Kalikratia. Unser Weg zur entsprechenden kleinen Bussstation artet zu einer kleinen Odyssee aus, weil sie ihren Standort verändert hat und dieses Faktum noch keinen Eingang in meinen Reiseführer gefunden hat…

Nachdem wir in einem Hotel für eine Nacht (leider ohne Sicht auf das Meer) unseren Ballast zurück lassen können, nehmen wir dafür in einem Restaurant in unmittelbarer Ufernähe ein köstliches Abendessen zu uns. Bei der Auswahl einer passenden Essgelegenheit hilft uns übrigens neben der Auswahl unser bewährter Tzatziki-Index, den wir auf Samos mit 1,8 Euro auf 100% eichten. Unter 100% fiel er später nie, aber gelegentlich auf über 300% an Touristenmekkas wie beispielsweise Santorini.

Den krönenden Abschluss bildete aber mein erfolgreicher Erwerb einer passenden Sonnenbrille. Natürlich sah ich das genau gleiche Modell schon an x Orten, aber hier bekomme ich sie für unschlagbare drei Euro und mit Etui! Paola gefällt sie zwar anfänglich nicht aussergewöhnlich, aber sie bemerkt neckisch: „Dann hast du wenigstens Mal eine!“

Donnerstag, 10. August 2006

November 5th, 2006

Herscharen pilgern hinauf zum Kloster Kloster Speicher des Klosters Decke der Kapelle des Klosters
Nach einem Frühstück, bei dem Paola sich fast ausschliesslich von Yoghurt und Honig ernährt, nehmen wir den praktisch vor dem Hotel haltenden Bus, der uns über eine schmale den Bergen abgerungene Strasse trägt, um uns eines der zwölf auf den Gipfeln gelegenen Kloster anzusehen.

Da sich das auch noch eine Menge anderer Leute gedacht haben, sind die Bankreihen bis auf den letzten Platz besetzt und wir dürfen uns weiteren bereits im Gang stehenden Fahrgästen anschliessen, bis der Bus auf den Partplatz vor dem Kloster hält.

Unser Gepäck lassen wir in der Obhut eines Souvenirverkäufers und nachdem wir die 320 Stufen zu den ehrwürdigen Gemäuern erklommen haben, erfahren wir dort eine Menge darüber, wie die Mönche früher lebten , können durch ein kleines Guckloch die Gebeine verstorbener Mönche sehen und natürlich darf auch ein kleiner Laden mit Souvenirs nicht fehlen.

Nur von dem Verbleib der Mönche und dem Leben, welches sie heute führen, werden wir im Dunkeln gelassen. Dafür gibt es drei Museen zu den Themen kriegerische Folklore, Kunsthandwerk und alte Schriften jeweils mit starkem Bezug zum Kloster. Leider darf fast nirgends geknipst werden – aber dafür gibt es eine fantastische Weitsicht und grossformatige Bildbände, die käuflich erstanden werden können…

Als wir zurück wollen, regnet es Bindfäden und wir sind gezwungen das Ende abzuwarten. Es kommen immer noch mehr Touristen an, die von ihren Marsch bis auf die Knochen durchnässt an uns vorbei pilgern. Einige befinden sich aber im Besitze von Schirmen. Später werden wir herausfinden, dass ihnen diese ein findiger Geschäftsmann auf dem Parkplatz verkauft hat. Zu unserem Ungemach dürfen wir zudem feststellen, dass unsere Rucksäcke nicht unter dach standen.

Da nur zwei Linienbusse pro Tag zu den Klöstern fahren, müssen wir eine ganze Weile warten – doch ich bin mit Paola in guter Gesellschaft und so vergeht die Zeit wie im Fluge! Schliesslich kommt aber doch einer und wir dürfen unsere Reise mit regenschwerem Gepäck fortsetzen. Nächster Halt ist der göttergekrönte Berg Olymp.

Ein freundlicher Grieche fährt uns unaufgefordert von der Bushaltestelle mit seinem Kombiwagen zum Hotel unserer Wahl, dem Epineas in Litohoro. Paola darf vorne sitzen, mir bleibt der geräumige Kofferraum – ich vermute sowieso, der Fahrer hat nicht wegen mir gehalten… Angekommen tapezieren wir als erstes das Zimmer mit unserer nassen Wäsche. Leider sind „Verluste“ zu verzeichnen. Einige Kleidungsstücke haben sich verfärbt.

Der Missetäter ist bei Paola ein buntes Baderöckchen und bei mir das grüne T-Shirt mit dem Ying und Yang Zeichen – übrigens ein Geschenk von Lars. Paola mochte es schon vorher nicht, jetzt aber fordert sie mich offen dazu auf, es der Altkleidersammlung zu übergeben. Nun, Mal sehen. Vor der verdienten Nachtruhe vertilgen wir im Eingangsbereich des Hotels noch das verdiente Abendbrot, welches natürlich – sie dürften es richtig erraten – aus Yoghurt und mit Honig besteht!

Mittwoch, 9. August 2006

September 6th, 2006

Minitrain in Delphi Martin Vögeli vor den steilen Felsen von Kalambaka Bunte Früchte in Kastraki 

Ich nutze den frühen Morgen um bis zum Aufwachen von Paola die kühle Frische des anbrechenden Tages auf unserem Balkon zu geniessen und etwas an meinem Reisetagebuch zu schreiben. Ich gerate immer mehr in den Rückstand damit und muss mich ranhalten, will ich die Rohfassung davon noch auf meiner Tour d’Europe beenden.

Nach dem Frühstück checken wir aus dem Hotel aus und begeben uns zur Busstation, wo wir unsere Reise mit der langen Busfahrt nach Kalambaka fortsetzen. Zwei Mal umsteigen und einen Taxitransfer später erreichen wir die Stadt und wollen gleich noch ein Dörfchen weiter nach Kastraki, weil es dort ein Hotel mit tollem Panoramablick geben soll.

Auf diese kurze Busfahrt warten wir (zu) lange, weil die Dame am Schalter vergisst zu erwähnen, dass der Bus bei einer nahe gelegenen Haltestelle erwartet werden muss und nicht etwa an der Busstation. So aber warten und warten wir, doch der Bus kommt einfach nicht…

Als wir endlich ankommen, scheint uns das Glück hold zu sei. Das besagte Hotel ist ausgebucht, aber eine Reservation wurde nicht bestätigt und die Receptionistin erwartet die Leute nicht mehr. Sie gibt uns also den Zuschlag und zeigt uns gerade das schöne Zimmer, als die nicht mehr erwarteten Gäste vorfahren.

Da nimmt sie ihre eben schon gegebene Zusage einfach zurück, aber freundlicherweise nicht ohne uns bei einem befreundeten Hotel mit dem Auto abzusetzen und unterzubringen. Paola ist zurecht etwas verärgert und lässt es sich deshalb nicht nehmen vorher die tolle Aussicht auf die fast senkrecht in den Himmel schiessenden und den darauf wie Zuckerstreusel verstreuten orthodoxen Klöster zu fotografieren.

Nach einem Rundgang durch das Dörfchen nehmen wir unser Abendessen in einem wegen seiner Sicht auf die Berge sehr gut besuchten Restaurant ein. Das Essen mundet uns, obwohl die beiden jungen Kellnerinnen total mit den vielen Gästen überfordert sind und in der Küche wegen eines Stromausfalls eine Weile lang mit Öllampen gearbeitet wird!

Jedenfalls vergessen die zwei wiederholt aufgenommene Bestellungen auszuführen - oder kommt die Küche einfach nicht nach? Der Mann eines französischen Pärchens vom Tisch neben uns regt sich dermassen darüber über seinen ausbleibenden Kaffee auf, dass sich die Kellnerinnen entschliessen zusätzlich zum verspäteten Kaffee einen kostenlosen Dessert zu offerieren. Auch wir kommen in den Genuss davon, allerdings ohne uns über den Missstand zu echauffieren.

Dienstag, 8. August 2006

September 6th, 2006

Viele Nationalflaggen zum Empfang der Touristen in Delphi Laut zirpendes Insekt - ich kenne leider den Namen nicht... Paola und Martin hinter einer Säule im antiken Delphi 

Nach einem umfangreichen Frühstück legen wir uns noch einmal für einen Verdauungsschlaf hin, bevor wir den Weg zur Stätte des sagenumwobenen Orakels zu Delphi unter die Füsse nehmen. Obwohl Paola langsam die Museen gesehen hat, kaufen wir auch hier wieder einen Kombieintritt und betreten kurz darauf das steile Gelände in der brütenden Hitze der unerbittlichen Sonne.

Von der einstigen Pracht ist leider nicht mehr viel übrig zu sehen. Nichtsdestotrotz laufen wir brav alle Wege ab und machen unsere Schnappschüsse. Von einem Orakel gibt es weit und breit nichts keine Spur: Wenigstens einen Automaten mit Glückskeksen oder eine Wahrsagerin hätte ich da schon erwartet!

Das Museum gefällt mir sehr gut, aber da die Akkus der Kamera fast leer sind, muss ich mir genau überlegen, was alles in Pixel aufgelöst und als digitale Erinnerung abgespeichert werden soll… Als ich durch bin, erwartet mich Paola schon beim Ausgang und gemeinsam verlassen wir wieder die klimatisierten Räume des hochmodernen Museums.

Wir essen etwas Kleines in einem Restaurant. Der dicke Kellner schlurft in ausgelatschten Lederschuhen herum, arbeitet aber schnell und zuverlässig. In einer windigen Bar mit toller Aussicht essen wir einen Dessert, bevor Paola sich in einen englischen Roman vertieft, für den ich ihr als Wörterbuch diene und dabei versuche weiterzuschreiben.

Am Abend betätigt Paola sich als Kosmetikerin an meinen Augenbrauen. Die sind buschig und zusammengewachsen - was sich jetzt schlagartig ändert. Nun, buschig bleiben sie vorerst noch, das gefällt mir nämlich sehr gut. Bewunderung äussert sie über meine Augenbrauen: “Die sind so schön lange!” Stimmt - und ich klimpere gerne damit…

Montag, 7. August 2006

September 6th, 2006

Plakate der olympischen Winterspiele von 1984 in Sarajevo im Museum der modernen olympischen Spiele Statue in Pyrgos Brücke in Patras

Am Morgen stehen wir früh auf, damit wir vor unserer Zugsreise nach Patras das Museum der antiken olympischen Spiele anschauen können. Es öffnet pünktlich um acht Uhr und wir sind die ersten Besucher an diesem Morgen. Es handelt sich um eine kleine aber feine Sammlung, die allerdings nicht ganz up to date ist, fehlt doch zum Beispiel die letzte Austragung vollständig…

Mit einem Bummler fahren wir erst nach Pyrgos, wo wir einen längeren Aufenthalt haben und dann mit einem etwas schnelleren Zug nach Patras. Von dort aus soll es weiter nach Delphi gehen. Wir finden bald eine passende Busverbindung und da Paola ihr Gepäck nicht in der Busstation zurücklassen möchte, nutze ich die Gelegenheit um in einem Internetcafe darauf “aufzupassen” während sie für uns beide kurz die Stadt fotografiert.

Vom Bus aus reservieren wir dann vorsichtshalber telefonisch im “Olympia Hotel” ohne wie sonst das Zimmer vorher zu begutachten., damit wir nicht zu später Stunde von einem ausgebuchten Hotel zum anderen pilgern müssen.

Unsere Befürchtungen stellen sich aber als unbegründet heraus, finden wir doch ein sauberes Zimmer mit toller Aussicht auf den Golf von Korinth und die umliegenden Berge vor. Unseren Hunger stillen wir in einem netten Restaurant mit günstigen Preisen und einem Pianisten, der ein abwechslungsreiches Potpourri an Klassikern an seinem Flügel zum Besten gibt.

Sonntag, 6. August 2006

September 4th, 2006

Pope mit Mann im Strassencafe - beide mit Sonnenbrille und gestrengem Blick ;-) Martin Vögeli als Schnellläufer im Stadion von Olympia Martin Vögeli als grichische Statue auf einer Säule in Olympia Helme griechischer Krieger und Helden 

Leider gibt es vielerorts in Griechenland (wie schon in der Türkei) keine guten Zugsverbindungen und so geht es früh am Morgen weiter mit dem Bus. Und das läuft in der Regel folgendermassen ab: Man löst an einem schummrigen Schalter bei missmutigen und schlecht oder gar nicht Englisch sprechendem Personal das gewünschte Billete, welches jedes Mal anders aussieht. Wenn man Glück hat, werden einem die richtige Bushaltestelle und Umsteigeorte bekannt gegeben.

Der Busbegleiter oder der Chauffeur helfen einem dann beim Verladen des Gepäcks - in unserem Fall der Rucksäcke - im Stauraum unten beim Bus. Ebenso werden dort Briefe und Pakete verladen. Es handelt sich dabei um eine Art Expresssendung, die vom Absender an der einen Busstation aufgegeben und vom Empfänger an der anderen abgeholt wird - clever!

Die Billettkontrolle erfolgt entweder beim Einsteigen durch den Chauffeur oder kurz nach der Abfahrt durch den Busbegleiter bei dem man alternativ die Fahrt auch bezahlen kann. Der Bus hält auf Verlangen (winken) fast überall, z.B. mitten auf der Schnellstrasse bei einem wartenden Auto, um Fahrgästen das Zu- oder Aussteigen zu ermöglichen.

Während der Fahrt hört sich der Chauffeur dann Musik an, kurvt dazu wild gestikulierend durch engste stark befahrene Gassen oder telefoniert von unterwegs mit einem Laden, der an der Strecke liegt, um “fliegend” ein Getränk in Empfang zu nehmen, von welchem er dann in einer ruhigen Minute mit einem Strohhalm trinkt. Manchmal fühlt man sich einfach sicherer, wenn man versucht die ganze Sache zu verschlafen…

Wie dem auch sei, auch dieses Mal kommen wir an und zwar in Olympia. Als erstes stärken wir uns in einem hübschen Gartenrestaurant und checken dann in der Jugendherberge ein, bevor wir uns aufmachen das alte Olympia zu erkunden. Wir finden schnell ein kostenloses Museum, welches uns die Geschichte der antiken Spiele nahebringt. Gut informiert, wollen wir jetzt aber endlich die historische Stätte sehen.

Die geschichtsträchtigen Ruinen finden wir etwas weiter ausserhalb des Dorfes gelegen. Wir kaufen uns den Kombieintritt Fundstätte mit Museum  und beteten das Gelände. Die Hitze treibt uns trotz später Nachmittagstunde noch immer den Schweiss auf die Stirn. Wir sehen viele Überreste aber die reissen uns nicht vom Sockel, auf dem ich mich für ein Foto in Pose geworfen habe. Zum Glück gibt es überall Infotafeln, die etwas Kontext schaffen.

Auf Geheiss von Paola laufe ich im Stadion mit mir selbst um die Wette. Das ist in diesem uralten Stadion natürlich ein erhebendes Gefühl und treibt zu Höchstleistungen an - was ich mit einem noch verstärkten Schweissausbruch bezahlen muss! Wie schade ist es da, dass die antiken Pools heute staubtrocken sind und nicht mehr mit ihrem kühlen Nass locken…

Im dazugehörigen Museum wird die einstige Pracht von Olympia dann erst richtig spürbar: Dort steht nämlich alles was die Ausgrabungen ans Tageslicht gebracht haben. Marmorstatuen von griechischen Götten und Helme von sagenhaften Helden stehen da neben Alltagsgegenständen der “kleinen” Leute von damals. Die Zeit relativiert eben all
es…


Samstag, 5. August 2006

September 4th, 2006

Gasse mit Läden in Nafplio  Martin Vögeli, der lustige Denker:  Rostendes Innenleben der alten Lokomotive

Wir schlendern durch die Gassen und über Plätze von Nafplio, die wie an so vielen Orten oft entweder mit netten Restaurants oder hübschen Läden gesäumt sind. Touristen gibt es zwar einige, aber nicht so viele, dass sich all diese Geschäfte rechtfertigen liessen. “Die können gar nicht rentieren!” denke ich mir und grüble lange über die Sache nach, jedoch leider ohne eine zufriedenstellende Schlussfolgerung ziehen zu können.

Vor dem Mittagessen bezahlen wir einen Bootsführer dafür, dass er uns zur auf einer Insel im Hafen Wind und Wetter trotzenden Festung bringt. “Hier sollte es doch ein Restaurant geben” meine ich zu Paola. Tatsächlich finden wir Hinweise, dass es einmal eines gab, dass erstaunlicherweise aber nicht mehr betrieben wird. Wir kosten die uns zugestandenen zwanzig Minuten voll aus und kraxeln munter auf der verlassenen Festung herum, bevor uns das Boot zurück ans Festland trägt.

Wir entdecken einen Minitrain, auf dem wir eine Stadtrundfahrt machen, um zu sehen, war wir alles noch nicht selbst entdeckt haben. So stossen wir auf den stillgelegten Bahnhof, vor dem seit Jahr und Tag eine alte Dampflokomotive samt einem Waggon vor sich hin rostet. Im weiterhin betriebenen Bahnhofscafe trinkt Paola in den warmen Strahlen der Abendsonne lesend einen frischen Orangensaft, während dem ich mir schreibend ein wunderbares Frappe schmecken lasse. So geht das!

Freitag, 4. August 2006

August 30th, 2006

Griechische Vasen Schlacht der Griechen gegen die Amazonen Tempel des Apollo 

Nach der zweiten schwülen Nacht in der Marble House Pension zieht es uns per Zug weiter nach Korinth. Dort angekommen warten wir auf den “in fünf Minuten” fahrenden Bus ins Stadtzentrum, von wo aus es einen weiteren Bus zu den Ausgrabungen, die sich etwa sieben Kilometer ausserhalb der modernen Stadt befinden, nehmen sollen. Als wir eine Stunde später noch immer weit und breit keine Spur von ihm erkennen, nehmen wir ein Taxi “to the bus”.

Die Ansammlung alter Steine und das sich auf dem Platz befindliche Museum sind für uns Laien wirklich nichts besonderes und so kann ich bei Paola eine gewisse Antike-Müdigkeit feststellen… Mein persönliches Glanzlicht stellen die Reliefs einer Schlacht der Griechen gegen die Amazonen dar. Nur schade, dass sie uns nicht vollständig erhalten geblieben sind!

Zurück im modernen Korinth stillen wir unseren Hunger, bevor wir uns auf eine Bushaltestelle in Richtung Nafplio begeben, laut dem Reiseführer eine der schönsten Städte des Landes, wo wir spät abends ankommen. Über uns thront majestätisch erleuchtet eine der drei Festungen der Stadt. Da Wochenende, Ferien und ein Festival aufeinander treffen, können wir von Glück reden, dass wir ein Zimmer im “Hotel Nafplio” bekommen.

Donnerstag, 3. August 2006

August 18th, 2006

Gegen elf Uhr machen wir uns auf, die Akropolis zu erkunden. Die Eintrittspreise sind gepfeffert und entsprechend hoch sind unsere Erwartungen. Wir laufen also in der sengenen Mittagssonne den Hügel hinauf zu den Monumenten von Weltrang - und kommen uns vor wie auf einem überdimensionalen Ameisenhaufen: Eine unglaubliche Anzahl von Touristen tummelt sich hier auf engstem Raum. Es sind so viele, dass es teilweise nur stockend vorangeht…

Der Zeustempel, an dem bastelten sie bis zur Vollendung über 700 Jahre lang herum, und das Museum sind ganz hübsch, die Aussicht über die enorme Metropole Griechenlands empfinden Paola und ich allerdings viel eindrücklicher! Nach einer kleinen Stärkung, Yoghurt mit Honig, nutzen wir unseren 24-h-Pass und fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kreuz und quer durch Athen. Ich bin aber irgendwie müde und verschlafe weite Teile davon :(

Da wir die 2 GB der Speicherkarte meiner Digitalkamera mit 818 Fotos gefüllt haben, brennen wir diese in einem Internetcafe auf eine DVD. Das Ganze dauert etwas über eine Stunde und so liest Paola Reiseführer und ich bearbeite derweil meine Mails.

Im vegetarischen Restaurant “Eden” lassen wir den Tag dann kulinarisch ausklingen. Paola isst eine fleischlose Version von Mousaka, einer traditionellen griechischen Speise. Ich darf auch ein bisschen davon probieren - schmeckt einfach köstlich!