Sonntag, 13. August 2006
November 5th, 2006
Auch heute lassen wir uns Zeit beim Aufstehen. Schliesslich hinterlegen wir aber doch den Schlüssel und eilen zur Bushaltestelle, von wo aus wir um 11:55 Uhr nach Thessaloniki fahren wollen. Mit 15 Minuten Verspätung geht es los und mein Bericht würde hier enden, hätte es unterwegs nicht einen Zwischenfall gegeben. Und das ist so:
Auf einmal riecht es streng nach Galle und ich kann mir schon meinen Reim darauf machen. Paola aber will doch noch eine visuelle Bestätigung und riskiert einen Blick nach hinten. Und tatsächlich: Einem Kind ist es übel geworden – den Rest können Sie sich denken. Jedenfalls wird es Paola so unwohl, dass es ihr fast den Magen umdreht und sie sich in die geruchsärmere vorderste Reihe setzten muss.
Nach unserer Ankunft muss in erster Linie wieder eine Unterkunft her. Wir wirken dabei offenbar so planlos, dass uns ein Rentner bei der Hand nimmt und zu einem günstigen Hotel führt. Das ist aber ein derartiges Rattenloch, dass wir uns stattdessen entschliessen ausnahmsweise ganz nobel im nahe liegenden Hotel Minerva mit Gepäckträger, luxuriösem Interieur und Zimmerservice zu logieren.
Hier fühlt Paola sich voll und ganz in ihrem Element: Alles so schön sauber und die Betten so flauschig weich! Nach dem wir uns ausgiebig geduscht und im klimatisierten Raum abgekühlt haben, folgen wir dem Ruf unserer Mägen hinaus in die grosse Stadt… Frisch gestärkt sehen wir uns einer der lokalen Sehenswürdigkeiten – den weissen Turm, der so gar nicht weiss ist – an und fahren kostenlos bei einem Petit Train mit, der schnell einmal die Strandpromenade auf und wieder ab fährt.
In einem Strassencafe mit dem Namen Starbucks genehmigen wir uns zwei schmackhafte aber sündhaftteure Kaffees und warten im Schatten des Sonnendaches den Abend ab, der die sehnlichst erwartete Abkühlung und in der Folge Menschen nach draussen lockt. Und tatsächlich belebt sich das Bild merklich. Da gibt es plötzlich Musiker, Portraitzeichner und Maiskolbenverkäufer. Auch wir beteiligen uns am bunten Treiben, besteigen das einzige Partyschiff im Hafen mit Tanzfläche und schwingen unsere Hüften zu den Klängen heisser Latinomusik.